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Lu Jong
Literaturempfehlung:
Lu Jong: Die älteste tibetische Bewegungslehre von den Mönchen aus den Bergen zur Heilung von Körper und Geist von Lama Lobsang Tulku zu beziehen über unseren Bookshop

Lu Jong (sprich: Lu Dschong) heißt wörtlich übersetzt Körperschulung. Es sind leicht erlernbare Bewegungen, die jeder machen kann. Bereits vor Jahrtausenden in der Bön-Tradition entstanden, hat es sich im tibetischen Buddhismus weiterentwickelt und gehört zur Tradition des Tantra. Beim Praktizieren von Lu Jong werden unsere Kanäle = Meridiane gedehnt und entspannt. Dadurch können die Elemente und Säfte frei in ihnen fließen und Blockaden lösen sich. Ist unser Körper in Harmonie, so wirkt sich das auch auf unseren Geist aus. Richtig und regelmäßig ausgeführt erhalten die Lu Jong Übungen unseren Körper gesund und geschmeidig. Wir werden wieder gelenkiger, sind ausgeglichener und fühlen uns wohl.
Lu heißt Körper, Jong heißt Schulung. Wegen seiner besonderen Entstehungsgeschichte in der Tradition des tibetischen Buddhismus unterscheidet sich Lu Jong von Yoga, das vor etwa viertausend Jahren in Indien entstand. Qui Gong, aus dem später Tai Chi und andere Übungen hervorgingen, begann vor etwa fünftausend Jahren in China und hat auch eine eigene Tradition.
Die tiefen Erkenntnisse der BÖN- Lehrer über Natur, Geist und Körper flossen in die Lu Jong-Übungen ein. Die BÖn- Lehrer hatten erkannt, welchen Einfluß die Natur und die fünf Elemente (Raum, Wind, Feuer, Wasser) auf uns haben. Sie wußten auch über die Verbindung unseres Geistes mit den Kräften der Natur und welche Kraft in unserer Geisteshaltung steckt. Ihnen war auch bekannt, wie der Geist zu unserem Atem steht und dem inneren Wind (tib. Lung), der feinstofflichen Lebensenergie. Dieser Wind wirkt auf eine besondere Art auf unsere Meridiane = Kanäle und so letztlich auf unsere Gesundheit. Viele Lu Jong-Übungen sind Tierbewegungen nachempfunden, weil die Meister durch Beobachtung die heilenden Kräfte der Natur erlebten.
Lu Jong ist eine alles umfassende Bewegungslehre, die nicht nur unserem Körper, sondern auch unserem Geist, Gesundheit schenkt. Mit den Übungen können wir Krankheiten vorbeugen, manche Beschwerden wirksam bekämpfen, uns von negativen Gefühlen, wie Hass und Gier befreien und emotionales Gleichgewicht erlangen. Nach Ansicht der tibetischen Medizin ist die erste Ursache aller Krankheiten die Unwissenheit über die wahre Natur des Seins. Aus dieser Unwissenheit entstehen die drei Geistesgifte Gier, Hass und Ignoranz. Durch die Lu Jong-Übungen können wir unseren Geist so beeinflussen, dass er frei und mitfühlend wird.

Es gibt drei Stufen des Lu Jong:

Durch die fortgeschrittenen Stufen des Lu Jong erlangen wir, nach langer Übung, die Fähigkeit unseren Atem zu beherrschen und für längere Zeit anzuhalten. Dadurch können wir unseren Geist so beeinflussen, dass wir seine wahre Natur erkennen. Dann werden wir sehen, dass alle Erscheinungen, selbst Leben und Tod, nur Projektionen unseres Geistes sind. Ist uns das bewußt, sind wir erwacht und haben Buddhaschaft erlangt.
Die ursprüngliche Religion Tibets ist das Bön. Bön heißt "Existenz" und umfasst die Natur, das Leben und den Geist, somit alles. KailashVor Jahrtausenden lebte in der Nähe des Berges Kailash der Buddha Bonton Shenrab. Seine Lebensgeschichte ist mit der des historischen Buddha Shakyamuni vergleichbar. Er gilt als der größte Meister des Bön und war der Verkünder der Dzogchen-Lehre. Zu dieser mystischen Lehre gehören unter anderem die fünf Basisübungen des Lu Jong. Im 7. Jahrhundert kam der Buddhismus aus Indien nach Tibet. Weitere Lu Jong-Übungen entwickelten sich in der tantrischen Lehre des tibetischen Buddhismus. Es gibt vier Hauptschulen (spirituelle Traditionen) des tibetischen Buddhismus. In ihnen wird bis heute ohne Unterbrechung Lu Jong praktiziert.
In der Nyingma-Schule werden die tantrischen Lu Jong-Übungen nach dem Dzogchen geübt, in der Linie der Sakya nach dem Hevajra-Tantra. Während sich die Kagyü-Schule am Heruka-Tantra orientiert, hält sich die Gelug Tradition an Yamantaka-Tantra. Das sind die bekanntesten Tantras -, Geheimlehren -, in denen Lu Jong praktiziert wird. Daneben bestehen in diesen Schulen noch viele andere Tantras, die jedoch wenig bekannt sind.
Die von Tulku Lama Lobsang übermittelten Lu Jong-Übungen stammen aus allen tibetischen Traditionen, vor allem aber aus dem Bön. Lama Lobsang wurde als Kind von seinem Onkel in einem Bön-Kloster unterrichtet. Nachdem man ihn als Reinkarnation eines Gelug Lama erkannte, absolvierte er noch zusätzliche Ausbildungen bei anderen Meistern aller Schulen. So konnte er die überlieferten Kenntnisse der verschiedenen Lu Jong-Traditionen vereinen.
Bis heute werden die Übungen mündlich vom Meister an den Schüler weitergegeben, weil sie zu den "verborgenen Lehren" gehören und deshalb nicht niedergeschrieben wurden. Trotzdem sind sie für alle Menschen zugänglich, die dafür reif sind.
In den tibetischen Klöstern wurden aus Hunderten Mönchen nur wenige ausgewählt und zu einem Meister geschickt, um Lu Jong zu lernen. Nachdem sie vom Meister erneut geprüft wurden, offenbarte er ihnen schließlich die Übungen.

Fünf Grundübungen für die Öffnung der fünf Elemente
Diese fünf Übungen sind die Basis. Unser Körper wird von den fünf Elementen gebildet und erhalten. Jede dieser Bewegungen öffnet den Hauptkanal für eines dieser Elemente. Alle fünf Übungen kräftigen auch den Rücken und halten ihn beweglich.

Fünf Übungen für die Beweglichkeit des Körpers
Diese Übungen beugen Verspannungen im gesamten Bewegungsapparat vor. Damit können Kopf-, Rücken-, Kreuzschmerzen, sowie arthritische und rheumatische Beschwerden gelindert werden.

Fünf Übungen für die Funktion der fünf Vitalorgane
Die fünf Vitalorgane sind, die Nieren, das Herz, die Lungen, die Milz und die Leber. Die Übungen stärken diese Organe und können Schmerzen im Bereich der Schultern, Brust, Becken und Hüften lindern.

Acht Übungen für die acht Befindlichkeiten
Sie fördern die Verdauung, beugen Erkältungen vor, verjüngen das Gesicht, stärken den Seh-, Hör-, Geschmacks- und Geruchssinn. Außerdem helfen sie gegen Depressionen, gegen Müdigkeit, beim Einschlafen und Wohlfühlen.

Wollen wir verstehen, wie die Lu Jong-Übungen wirken, so ist es wichtig über die Meridiane = Kanäle Bescheid zu wissen. Es gibt ca. 72.000 Kanäle in unserem Körper, in denen Blut und Wind (als feinstoffliches Prinzip) fließen. Dieser Wind ist der Träger der drei Säfte Wind, Galle und Schleim. Wenn in den Kanälen Blockaden und Störungen entstehen, können die Säfte nicht mehr in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander fließen - Erkrankungen entstehen. Durch das Bewegen jener Körperstellen, an denen sich Hauptpunkte der Meridiane befinden, können wir die Kanäle elastisch und durchlässig halten. Mittels täglicher Übung werden sie ständig gestärkt und sensibilisiert.